Besuch bei Münchens OB Reiter: 11.000 Unterschriften für Wald-Erhalt präsentiert

Präsentation von über 11.000 Unterschriften bei OB Reiter.

Eine Abordnung von Wald-Neuried-erhalten und Rettet den Würmtaler Wald hat am 22.10.2019 Münchens Oberbürgermeister Reiter in seinem Büro besucht. Reiter ist Vorsitzender der städtischen Heiliggeistspital-Stiftung, der Waldeigentümerin im Forst Kasten, wo 42 Hektar von Kahlschlag und Kiesabbau bedroht sind.

Mehr als 11.000 Unterschriften aus dem Würmtal-Appell 2019 hatte die Abordnung mitgebracht.

Spannende Neuigkeit:

Bezogen auf die EU-weite Ausschreibung von 9,5 Hektar Wald der Städtischen Stiftung durch die Stadt München, die derzeit läuft, sagte Reiter: „Am 21. 11. 2019 wird klar, ob wir das Vergabeverfahren beenden müssen mit einem Zuschlag oder nicht.“

Reiter plädiert dafür, das Vergabeverfahren durch die Stadt München zu stoppen, um den Wald zu erhalten, und lässt derzeit juristisch prüfen, ob das rechtlich geht oder ob einer Abbau-Firma der Zuschlag erteilt werden muss. Wenn einer Firma der Zuschlag erteilt werden muss, bleibt uns noch die Hoffnung, dass diese in dem Genehmigungsverfahren beim Landratsamt, das sie dann beantragen muss, scheitert.

Falls das Vergabeverfahren gestoppt werden kann, müssen wir noch hoffen, dass die Gräfelfinger Fa. Glück ihren aktuell laufenden Zivilprozess um einen älteren, angeblichen Vorvertrag verliert, der ihr Auskiesungsrechte auf eben diesem Gebiet im Forst Kasten zugesichert haben soll. Ob dies der Fall ist, ist zwischen Fa. Glück und der Stiftung strittig. Sollte Glück gewinnen, dann kann er das Genehmigungsverfahren beim Landratsamt beantragen.

Der Forst Kasten ist also noch lange nicht gerettet – und wenn er gerettet wird, rückt die Dickwiese im Planegger Holz wieder in den Fokus. Dort läuft derzeit ein Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern, von dem wir hoffen, dass es negativ (also pro Wald) ausgeht. Solange die Auskiesung im Forst Kasten besteht, stehen die Chancen für die Dickwiese besser. Eine verzwickte Situation also.

Di. 22.10. um 19 Uhr: Neurieder Gemeinderat tagt öffentlich zu Auskiesung Forst Kasten + Aufhebung Vorranggebiet

Am Dienstag, 22.10. um 19 Uhr tagt der Gemeinderat Neuried in der Mehrzweckhalle. Hier wird erstmals seit der Bürgerversammlung im Frühjahr das Thema Kiesabbau im Bereich Neuried-Forst Kasten öffentlich behandelt.

Der neue Antrag von SPD/Grünen lautet sinngemäß: Ablehnung der Auskiesung des Gebietes Forst Kasten (Kies-Vorranggebiet 804 im Regionalplan 14) und Aufforderung an das Landratsamt zur Neubewertung dieses Gebietes im Regionalplan.

Die Sitzung ist öffentlich. Eine Entscheidung um eine Abbaugenehmigung fällt nicht, da die Gemeinde nicht zuständig ist, sondern das Landratsamt. Es geht aber eine Signalwirkung von der Befassung aus.

Würmtal-Appell 2019: Bereits mehr als 10.000 Unterschriften !

Zwischenstand 29.09.2019

10.055 Bürgerinnen und Bürger aus allen Gemeinden des Würmtals, der Stadt München und dem weiteren Umland haben bisher mit einer Unterschrift ihren Protest gegen den geplanten Kahlschlag und Kiesabbau in Forst Kasten und Planegger Holz zum Ausdruck gebracht.

Die Unterschriftenaktion „Würmtal Appell 2019“ läuft weiter, um das Unverständnis weiter Teile der Bevölkerung für den geplanten Kahlschlag transparent zu machen. Mit Blick auf den Klimaschutz sind diese Maßnahmen inakzeptabel.

Der Würmtal-Appell 2019

Eine Gemeinschaftsaktion von Rettet-den-Würmtaler-Wald, Wald-Neuried-Erhalten, Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe München und Ortsgruppe Krailling, Grünzug-Netzwerk Würmtal e.V., unterstützt von zahlreichen Bürgern.

Entsprechende Unterschriftenformulare zum Download finden Sie hier:

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(die Unterschriebenen Formulare bitte an die angegebenen Adressen zurücksenden)

Würmtal-Appell 2019:

Rettet den Würmtaler Wald!

Kahlschlag & Kiesabbau in Forst Kasten & Planegger Holz stoppen!

42 ha Bannwald (~59 Fußballfelder) sind im Forst Kasten zwischen Neuried, Fürstenried, Planegg und Krailling vom Kahlschlag für Kiesabbau akut bedroht, 24 ha (~33 Fußballfelder) im Planegger Holz zwischen Planegg, Germering und Gräfelfing. Große Bannwald-Flächen sind im Forst Kasten bereits zerstört und noch nicht rekultiviert.

Dadurch werden schützenswerte Waldgebiete, die als CO2-Speicher wesentlich für den Klimaschutz sind, unwiederbringlich zerstört. Der Wald wird gerodet, Kies bis zu 15m tief abgebaut und die Grube über Jahre hinweg mit Bauschutt aufgefüllt. Dabei geht wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren, ebenso wie ein überregionales Naherholungsgebiet für Tausende von Menschen. Zudem drohen immense Emissionen durch LKW, Lärm und Feinstaub in unserer ohnehin übermäßig belasteten Region.

Zum Erhalt dieser Waldgebiete wenden wir uns damit an alle relevanten Eigentümer, Entscheider und Institutionen und stellen 7 Forderungen auf:

  1. Wir bitten die Eigentümerfamilie der Gräfelfinger Firma Glück: Ziehen Sie Ihre Anträge auf Rodung und Kiesabbau in beiden Wäldern zurück!
  2. Wir bitten die Eigentümerfamilie des Planegger Holzes: Entscheiden Sie sich gegen dieses Geschäft, für Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger und den Wald!
  3. Wir bitten OB Dieter Reiter (Verwaltung der städt. Heiliggeistspital-Stiftung, der Grundeigentümerin im Forst Kasten): Stoppen Sie die Vergabe von Auskiesungsrechten!
  4. Wir bitten den Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel: Stellen Sie sich gemeinsam mit uns auf die Seite des Waldes in Ihrem Landkreis!
  5. Wir bitten alle Würmtaler Gemeinderäte, die Stadträte in Germering & München, sowie alle anderen beteiligten politischen Gremien: Lehnen Sie diesen Frevel an der Natur ab!
  6. Wir bitten die Genehmigungsbehörden, v.a. Landratsämter und Regierung von Oberbayern: Versagen Sie die Genehmigungen für Rodung und Kiesabbau in allen betroffenen Waldgebieten! Nutzen Sie Ihre Spielräume!
  7. Wir bitten unseren Ministerpräsidenten Markus Söder: Beenden Sie durch Ihr persönliches Einschreiten die Zerstörung unserer lebenswichtigen Münchner Wälder!

Alle Details findet Ihr in dem entsprechenden Infobrief:

Beitrag über unseren Wald auf Muenchen.tv

Der Lokalsender Muenchen.tv hat am 5.9.2019 einen interessanten Beitrag ausgestrahlt mit Interviews zu unserem Wald und dem drohenden Kiesabbau:

https://www.muenchen.tv/mediathek/video/der-wald-der-heilig-geist-stiftung-bei-neuried-bleibt-umkaempft/

Erfreulich die Aussage des Münchner Stadtratsmitglieds Christian Müller (SPD) zu dem kürzlich gestellten Antrag seiner Fraktion auf Prüfung, ob es rechtlich möglich sei, den Wald der Heiliggeistspitalstiftung der Stadt München im Forst Kasten nicht für Kiesabbau sondern weiterhin für Holzwirtschaft zu nutzen.

Roland Zeilbeck und Malwina Andrassy von Wald-Neuried-erhalten wurden ebenso interviewt wie Herbert Stepp vom Grünzug-Netzwerk Würmtal.

Simon Tangerding von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald betonte, dass viele Tier- und Pflanzenarten natürliche Bodenstrukturen benötigen. Nach Auskiesung und Wiederverfüllung können diese Arten diese Waldflächen nicht mehr besiedeln (d.h. fehlen dort).

07./8.9. Wald erhalten / Rettet den Würmtaler Wald auf dem Streetlife-Festival München

Samstag 07. September 16:00 – 02:00 Uhr

Sonntag 08. September 11:00 – 20:00 Uhr

Wir sind vor Ort mit unseren PartnerStand beim Streetlife Festival auf der Ludwigstraße bei der Universität in München am Siegestor

Wir wollen wieder fleißig Unterschriften sammeln für den Würmtal Appell 2019 und mit den Münchnern über unsere beiden gefährdeten Wälder sprechen

Wir benötigen noch weitere Helfer, die uns an den beiden Tagen am Stand unterstützen können.

Achtung: Wir suchen noch Helfer für 1-2 Std.

Wenn ihr Zeit und Lust habt, meldet Euch bitte unter folgender email: wald.erhalten@gmail.com

Waldspaziergang mit Greenpeace durch den Forst Kasten war voller Erfolg!!

Bei strahlendem Wetter haben sich am 11.08.19 fast 100 Interessierte zum Waldspaziergang mit Greenpeace eingefunden.

Volker Oppermann und  sein Waldexperten Team von Greenpeace München führten 3 Stunden durch den Stiftungswald und erklärten Besonderheiten unseres Waldes, die komplexen ökologischen Zusammenhänge und die fortwirtschaftliche Nutzung mit besonderem Blick auf den Kiesabbau in der Region.

Wir haben viel gelernt über heimische (wie erkennt man eine Hainbuche?) und importierte Arten (die Douglasie ist schlecht beständig gegen Dürre und starke Kälte und lässt keine Artenvielfalt zu

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/20120608-Douglasie-Rettung-des-Waldes.pdf).

Wir wissen jetzt, wie ursprüngliche Wälder bei uns aussehen würden (Mischwald mit hohem Buchen- und Eichenanteil). Wir haben die Probleme des Waldes im Zuge der Klimaerwärmung gehört und leider auch gesehen (wieso hat z,B. der Borkenkäfer gerade ein so leichtes Spiel) . Zusätzlich haben wir erfahren, was ökologisch zertifizierte von konventioneller Forstwirtschaft unterscheidet (z.B. ein bestimmter Anteil von Totholz). Wir haben gesehen, dass unter den ungeliebten Fichten bereits ganz natürlich ein Mischwald entstanden ist, der heranwachsen kann, sobald die Fichten (z.B. durch Sturm) gefallen sind und Licht an den Boden kommt. Interessant war die Erfahrung, dass auch 50 Jahre nach einer Wiederaufforstung lediglich ein junger Wald mit dünnen Stämmen zu finden ist, der forstwirtschaftlich noch gar nicht genutzt werden kann.

Es wurde viel nachgefragt und intensiv diskutiert, im Anschluss folgte ein gemütlicher Ausklang im Forsthaus Kasten.

Danke an alle Interessierten und das großartige Team von Greenpeace München!

https://www.greenpeace-muenchen.de/index.php/gruppen/wald-papier.html

Weitere Spaziergänge sind in Vorbereitung… mehr dazu in Kürze